Allen Widrigkeiten zum Trotze

Das Holz der Robinie – robust und stark

Weniger denn je ist der Rohstoff Holz aus unserem Alltag wegzudenken. Schreiner, Zimmerer und Landschaftsgeschalter verarbeiten Holz vielfältig weiter. Gerade das Holz der Robinie setzen Handwerker oft im Außenbereich ein. Wetterbeständig und langlebig setzen diesem Naturmaterial Witterungs- und Umwelteinflüsse kaum zu. Das Holz der Scheinakazie, wie sie auch genannt wird, bringt viele Vorteile mit sich, die sich die Holzindustrie zu Nutze macht.

Der dunkle Kern der Robinie

Unter der rauen Rinde der Robinie verbirgt ein sich wandelndes Farbenspiel. Ein schmaler, heller Splint bildet einen schönen Kontrast zu dem gelbgrünen bis olivenbraunen oder goldbraunen Kern. Die Robinie bildet große, stark verthyllte Frühholzporen. Sie ordnen sich ringförmig an und ein helles Gewebe umgibt sie. Die Ringe haben keine einheitliche Wuchsform sondern zeichnen sich durch eine krumme und individuelle Wuchsform aus. Selten sind die Maserungen der Robinie gleichmäßig. Eine weitere Besonderheit dieser Scheinakazie ist, dass ihr Holz im Sonnenlicht schnell nachdunkelt.

Verthyllte Fühholzporen?

Verthyllung ist die Einlagerung von chemischen Substanzen im Holz. Im Falle der Robinie passiert das in den Poren des Frühholzes, das sich in der Wachstumsphase bildet.

Hartes Holz

Die Robinie hat eine hohe Widerstandsfähigkeit und trotzt zahlreichen Fäule verursachenden, holzzersetzenden Pilzen und Insekten. Verarbeitetes Robinienholz überlebt im Außenbereich bis zu 50 Jahre – deutlich länger als unsere heimische Esskastanie. Beim Wasserbau macht der Robinie keine andere Holzart etwas vor: Ihre Standzeit an solchen Orten ist nochmal deutlich höher, als die von Lärche und Eiche. Diese heimischen Arten verwendete die Industrie normalerweise im Wasserbau.

Auf die robusten Eigenschaften des Robinienholzes setzten bereits die Amerikaner im Britisch-Amerikanischen Krieg von 1812. Die Briten nutzten für ihre Kriegsschiffe die damals üblichen Eichennägel. Ihre amerikanischen Gegner verbauten bereits in ihren Schiffen Nägel aus Robinienholz. In der Seeschlacht auf dem Lake Champlain erzielten die Amerikaner einen entscheidenden Etappensieg dank der Robinie. Deutlich schneller als die amerikanischen Schiffe, brachen die britischen Flotten unter dem fortwährenden Kanonenschuss auseinander. Die Schiffe der Amerikaner hielten Nägel aus Robinienholz zusammen. Diesen Vorteil erkannten die Briten nach ihrer Niederlage schnell: Über viele Jahrzehnte hinweg kaufte die britische Marine Robinienholznägel aus Nordamerika.

Theodor Fontane und die Robinie

Bereits in den Werften an der Weser, Ems und Elbe sprach sich unter den Kapitänen und Besatzungsmitgliedern die Qualität der Robinienschiffsnägel herum. Kein geringerer als der Journalist und Kritiker Heinrich Theodor Fontane (1819 – 1898) schrieb bereits im dritten Band seiner „Wanderung durch die Mark Brandenburg“ von der Robinie. In dem beschaulichen Ort Petzow an der Havel beobachtete er Handwerker. Sie verarbeiteten nämlich jedes Jahr vor Ort die zuvor ausgewählten Robinien zu massiven und robusten Schiffsnägeln. So endete dann auch seine Schilderung „…der Kahn mit diesen Schiffsnägeln gefüllt ist, wird die Rückfahrt angetreten und die Petzower Akazien schwimmen ein Jahr später auf allen Meeren und halten die Planken der deutschen Flotte zusammen“. Die Petzower Akazie war seine Bezeichnung für die Robinie.

Robinien im Handwerk

Heute setzen Städteplaner und Schreiner das Holz der Robinie oft auf Spielplätzen ein. Kein anderes Holz in Europa ist ohne zusätzliche Imprägnierung so resistent, wie das der Robinie. Die Giftstoffe der Robinie sitzen hauptsächlich in der Rinde und den Blättern, daher geht von diesen rindenlosen Gerüsten keine Gefahr mehr aus. Da das Holz der Robine besonders witterungsbeständig ist, stellen Schreiner und Tischler aus ihr Gartenmöbel, Terrassendielen und anderes Gartenzubehör her. Das Holz ist eine echte Alternative zu vielen Tropenhölzern.

Anfangs ist die Robinie gelblich-grün und verfärbt sich im Laufe der Zeit. Später dunkelt es nach und erhält einen bräunlichen Farbton. Für den Innenbereich stellen Schreiner aus ihr immer öfter Möbel her. Mit Pfählen aus Robinienholz werden in der Land- und Forstwirtschaft Viehweiden oder Anpflanzungen von Jungbäumen eingefasst. Das Holz hält sich nämlich lange im Erdreich.

Vom Know-how der Profis lernen

Bäume sind faszinierende Pflanzen, die uns tagtäglich begegnen. Ob im Wald, im eigenen Garten oder als verarbeitetes Möbelstück – sie sind aus unserem Leben nicht wegzudenken. Bevor aber ein Baum weiterverarbeitet wird, muss er wachsen und gedeihen. Mit einer fachgerechten Pflege können wir ihnen dabei helfen. Über die Suchfunktion des Baumpflegeportals finden Sie einen qualifzierten Baumpfleger, der Ihnen dabei hilft, diesen Schatz der Natur bei seiner Entwicklung zu unterstützen.

Die Klasse der Robinien

Die Robinie ist die einzige europäische Holzart, die eine Dauerhaftigkeitsklasse von eins bis zwei hat. Dieses Prädikat, das unter der Norm „DIN-EN 350-2“ läuft, erhalten nur Baumarten, die „sehr resistent bis resistent sind“. Diese Norm regelt, wie lange Holzarten und Holzprodukte gegen Umwelt- und Witterungseinflüsse standhalten. Folgende Kategorien gibt es:

Klasse

  • 1 – sehr dauerhaft
  • 2 – dauerhaft
  • 3 – mäßig dauerhaft
  • 4 – wenig dauerhaft
  • 5 – nicht dauerhaft

Lebensdauer

  • mindestens 25 Jahre
  • 15 bis 25 Jahre
  • 10 bis 15 Jahre
  • 5 bis 10 Jahre
  • weniger als 5 Jahre

Holzarten

Heiße Robinie für Holzöfen

In Europa und Amerika sorgt die Robinie mittlerweile für warme Häuser. Die Holz- und Heizindustrie erkannte den Wert des Robinienholzes, da es einen hohen Brennwert (circa 2100 kWh pro Stunde) hat. Ein weiterer Vorteil ist seine von Natur aus kurze Trockenzeit. Die Robinie spendet nicht nur viel Wärme, sondern hat kaum Funkenschlag und ist somit für offene Kamine geeignet. Derzeit ist das Holz der Robinie noch etwas teurer als Weichholz. Romantiker haben einen weiteren Nachteil: Das Holz knistert nicht so schön im Kamin, wie andere Sorten.

Die Autorin: Simone Huss-Weber

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