Baum des Jahres 2017:

Die Fichte als Klangholz

Die Fichte ist eine Baumart mit vielen Vorzügen. Ihr leichtes Holz ist sehr belastbar und die Nummer eins als Bauholz. Doch auch aus der Musikszene ist die Fichte, Baum des Jahres 2017, nicht wegzudenken. Sie ist das am häufigsten verwendete heimische Klangholz für Streich- und Tasteninstrumente.

Die Auswahl der Stämme

Um einen guten Klang abzugeben, muss das Holz bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Als Resonanzplatten eignen sich nur Hölzer mit gutem Schwingungsverhalten. Entscheidend ist das Verhältnis von Elastizität und Dichte. Optimal sind langsam gewachsene Stämme mit ganz engen Jahrringen, die dennoch biegsam sind und kein Druck- oder Zugholz aufweisen.

Eigenschaften von Klangholz

Um für den Instrumentenbau interessant zu sein, muss das Holz spezielle Anforderungen erfüllen. Nur wenn es hohen Qualitätskriterien entspricht, wird es später zu einem wertvollen Instrument verarbeitet. Dazu muss das Holz langsam gewachsen sein, um möglichst enge Jahrringe hervorzubringen. Diese gewährleisten eine hohe Festigkeit und gute Schwingungseigenschaften. Außerdem darf das Holz keine Mängel haben. Es muss astfrei sein, darf keinen Drehwuchs oder Druckholz aufweisen und hat bestenfalls weniger als 30 Prozent Spätholzanteil. Ein hoher Harzgehalt ist bei der Verarbeitung zu Klangholz sehr hinderlich.

Diese Kriterien erreichen Bäume in den Bergregionen und Hochlagen ab 1300 Metern. Diese Bäume sind häufig erst mit einem Alter von 200 Jahren erntereif. Sie wachsen langsam und brauchen zu Verarbeitung dennoch einen gewissen Stammdurchmesser. Bei einer Jahrringbreite von ein bis drei Millimeter, hat ein Baum in diesem hohen Alter gerade mal zwanzig bis sechzig Zentimeter Stammdurchmesser erreicht. Hier wird deutlich, warum Klangholz einen hohen Preis hat.

Das Mondholz

Sogenanntes Mondholz ist eine Art der Holzernte, welche sehr umstritten ist. Das Holz wird nach dem Verlauf des Mondes gefällt, wodurch sich die Qualität und die Eigenschaften des Holzes der Theorie nach verändern. In der richtigen Mondphase hat das Holz weniger Wasser im Stamm, wodurch es schneller trocknet und auch nach kürzeren Lagerzeiten ohne Rissbildung oder großen Veränderungen durch Quellen und Schwinden verwendbar ist. Auch im Bereich des Klagnholzes setzen viele Firmen auf Mondholz. Sie erwarten sich durch den richtigen Fällzeitpunkt eine optimale Qualität, wodurch die Hölzer natürlich teurer im Verkauf sind.

Verarbeitung

Eine optimale Verarbeitung des Holzes ist wichtig. Am besten klingen die Hölzer, wenn der Schnitt mit stehenden Jahrringen erfolgt. Ein geradwüchsiger Stamm ist von Vorteil, da sich Stämme mit Drehwuchs nicht an jeder Stelle senkrecht zu den Jahrringen schneiden lassen. Gut geeignet ist die Methode, den Stamm zu vierteln. So hat am Ende jedes Brett stehende Jahrringe an der Oberfläche. Eine optimale Ausnutzung des Holzes also.

 Mondholz

Das Buch „Dich sah ich wachsen“ gibt zahlreiche Informationen über den Schnitt und die Verarbeitung von Mondholz. Das Buch ist bei Freeworker erhältlich.

Instrumente

Im Gitarrenbau eignet sich die Fichte für unterschiedlichste Güteklassen. Sie erzeugt einen warmen, offenen Ton, weshalb die Decke von Akustikgitarren oft aus ihrem Holz ist.

Auch im Geigenbau verwenden die Musikintrumentenbauer die Fichte. Ihr Holz bildet den wichtigsten Teil der Geige, die Decke. Der Boden ist oft aus Ahorn. Um die Klangqualität des Holzes zu prüfen, klopfen die Einkäufer der Firmen den Stamm ab.

Beim Klavier ist die Fichte eine der versteckten Komponenten, doch nicht minder wichtig. Sie stellt den äußerst wichtigen Resonanzboden, der den Ton verstärkt und ihm seine spezielle Klangfarbe gibt. Meist ist das eine dünne, acht Millimeter starke Platte.

Die Autorin: Marina Winkler

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Quellen:

  • Erwin Thoma: Dich sah ich wachsen, Auflage 2016, erhältlich bei Freeworker
  • Heimische Holzarten für den Musikinstrumentenbau
  • StringsAndWood: Tonholz
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