Baum in einer Heidelandschaft mit vielen Birken

Baum des Jahres 2016:

Die Winter-Linde

Mitte Oktober 2015 wurde bereits zum 18. Mal der Baum des Jahres in Berlin ausgerufen. Für das Jahr 2016 standen die Fichte (Picea abies), der Amberbaum (Liquidambar styracilflua) und die Winter-Linde (Tilia cordata) zur Wahl. Die zierliche Schwester der Sommer-Linde, Baum des Jahres 1991, und der nicht heimischen Silber-Linde konnte sich am Ende durchsetzen: Die Winter-Linde ist der Baum des Jahres 2016!

Winterlinde führt Menschen zusammen

Wie in jedem Jahr wird auch der neue Baum des Jahres von der Baumkönigin repräsentiert. Claudia Schulze, amtierende Baumkönigin 2015, wird im nächsten Jahr von Lil Wendeler, Baumkönigin 2016, abgelöst. Ihre Meinung zur Winter-Linde:

„Die Winter-Linde ist zu jeder Jahreszeit einer der schönsten Bäume und führt seit Jahrhunderten die Menschen zusammen. Als Deutsche Baumkönigin 2016 freue ich mich darauf, mit dem Baum des Jahres die Menschen und die Natur zusammenzuführen.“

Die „Baum des Jahres Stiftung“ ehrt die Linde mit dieser Auszeichnung als einen Baum mit zahlreichen Verwendungsmöglichkeiten. Dr. Silvius Wodarz, Präsident der Stiftung, sagt zur (Winter-)Linde:

„Es gibt keinen Baum, der mehr mit der Liebe des Menschen verbunden ist und das alleine ist schon eine Kostbarkeit. Linden sind die häufigsten Bäume Deutschlands und Mitteleuropas in Stadt und Landschaft.“

Blattform mit Herz

Linden haben einen ganz besonderen Habitus: Er stimmt mit der Blattform überein, die wiederum an ein Herz erinnert. Linden sind deshalb in der Mythologie auch der Baum der Liebenden. Das ist Winter- und Sommer-Linde gemeinsam. Dennoch liegt der auffälligste Unterschied zwischen beiden Arten neben der Wuchshöhe in der Form der Blätter. Denn diese sind bei der Winter-Linde deutlich kreisrunder als bei der Sommer-Linde, bei der die Herzform ausgeprägter ist. 
Die Winter-Linde erreicht – ganz ähnlich wie der Baum des Jahres 2015, der Feld-Ahorn – um die 15 bis 25 Meter. Die Sommer-Linde wird im Gegensatz dazu über 40 Meter hoch. Jetzt im Herbst schmückt sich die Winter-Linde mit leuchtend goldgelben Blättern.

 Im deutschsprachigen Raum heißt der Baum des Jahres 2016 auch Spät-Linde. Dieser Name kommt daher, weil sich ihre Blüten erst im Juli öffnen und dann ihren charakteristischen Honigduft versprühen.

Mit bis zu tausend Jahren kann die Winter-Linde außerdem wirklich sehr alt und zu einem richtigen Baum-Methusalem werden. Sie ist zudem ein beliebter Wald- und Stadtbaum – und das nicht nur wegen ihres zarten Duftes. Auch für die bedrohten Bienen, Hummeln und andere Insekten ist sie eine beliebte und wichtige Nahrungsquelle.

Die Autorin: Elisabeth Morgenstern

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Quellen:

  • Baum des Jahres
  • Susanne Fischer-Rizzi: Blätter von Bäumen. Heilkraft und Mythos einheimischer Bäume. Baden, München 2013, S. 117-122
  • Andrea Huber: Die Heilkraft der Bäume. Rezepte und Rituale für Geist und Körper. München 2015, S. 86-89
  • Doris Laudert: Mythos Baum. Geschichte – Brauchtum – 40 Baumporträts von Ahorn bis Zitrone. München 2009, S. 164-172
  • Alex Newman: Bäume. Machtvolle Zeugen des Lebens. Wien 2010, S. 194-197