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Baum des Jahres 2012

Die Europäische Lärche

Im Jahr 2012 wählte die Dr. Silvius Wodarz Stiftung die Europäische Lärche (Larix decidua) zum Baum des Jahres. Sie ist in vieler Hinsicht ein besonderer Baum. Als einziger sommergrüner Nadelbaum färbt sie im Herbst ihr Kleid und wirft wie Laubbäume ihre Nadeln ab. Eine Anpassung an ihren Standort, der sowohl im Sommer, als auch im Winter extreme Temperaturen bereithält.

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Vorkommen und Lebensweise der Lärche

Lärchen kommen natürlicherweise in den Hochgebirgen vor. In den Alpen und den Karpaten ist sie bekannt und dominiert die Hochlachen von über 2500 Metern. Dieses extreme Klima ist der Grund für Ihre farbenfrohe herbstliche Routine. Um zu vermeiden, dass die Nadeln bei starken Minusgraden Wasser verdunsten, das der Baum nicht mehr aus dem gefrorenen Boden aufnehmen kann, wirft er alle Nadeln vor dem Winter ab. Dadurch ist die Lärche bis -40°C frosthart! Die Herbstfärbung kommt, wie bei allen sommergrünen Bäumen davon, dass die Lärche alle Inhaltstoffe die sie noch brauchen kann, aus den Nadeln zieht.

Die Lärche ist eine Pionierbaumart. Sie besiedelt freie Flächen und kommt sogar mit Rohböden und kahlem Gesteinsschutt klar. Als Lichtbaumart ist ihr größter Feind der Schatten. Unter anderen Bäumen im Mischbestand kann sie nicht leben und geht ein. Förster pflanzen sie deshalb in Gruppen und geben Ihnen einen Vorsprung gegenüber der anderen Baumarten.

Besonderheiten und Habitus

Wie bei allen Nadelbäumen hat auch die Lärche einen geraden Stamm, der bis in die Spitze reicht. Erst im Alter biegt sich dieser Wipfel um. Vom Stamm gehen waagerechte Äste ab, die aus Kurz- und Langtrieben bestehen. An den Kurztrieben bilden sich im Frühjahr die Nadelbüschel.

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Der Stamm der Lärche bleibt lange Zeit biegsam. Der Vorteil liegt auf der Hand: Im Berggebiet passt sie sich durch säbelartigen Wuchs immer wieder an abrutschende Bodenverhältnisse an. Erst im Alter entsteht die charakteristische Plattenstruktur der Rinde. Die Lärche erreicht eine Höhe von dreißig Metern.

Schirmherrin und Baumkönigin

Schirmherrin für den Baum des Jahres 2012 ist Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Die Deutsche Baumkönigin ist 2012 Isabel Zindler.

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Biologie

In der Jungend entwickelt die Lärche eine Pfahlwurzel, die sich im Laufe der Zeit zu einem Herzwurzelsystem ausweitet.

Die Lärche ist einhäusig und hat eingeschlechtliche Blüten. Das bedeutet, dass auf jedem Baum männliche und weibliche Blüten vorkommen. Lärchen blühen sehr früh im Jahr, oft bereits im Februar. Die weiblichen, roten Blüten sind trotz ihrer geringen Größe eine echte Augenweide. Die Blüten sind windbestäubt und entwickeln sich zu aufrecht stehenden zapfen. Diese bleiben mehrere Jahre am Baum und entlassen bei Trockenheit nur nach und nach ihre Samen.

Harziges Lärchenholz

Verwendung findet Lärchenholz vor allem in Außenbereich. Das Harz sorgt auch im unbehandelten Zustand für lange Haltbarkeit. Auch der hohe Anteil an Kernholz trägt dazu bei. Die schöne Maserung und das zweifarbige Holz kommen vor allem bei Drechslerarbeiten gut zur Geltung.

Mythologie und Heilkunde

Die Lärche gilt in den Bergen als Wohnsitz von Waldelfen und wurde gerne als Hausbaum gepflanzt. Als Schutzpatron der Almen und Schutzhütten überdauert die Lärche dort bis zu 400 Jahre. Sie galt als Baum der Fruchtbarkeit, der Hilfe bei der Geburt spendete. Doch auch für zahlreiche Krankheiten hat die Lärche ein Mittel parat. Das aus dem Harz gewonnene Lärchen-Terpentin hilft bei Erkrankungen der Atemwege.

Indian Summer in den Bergen

Noch heute versetzt die Lärche ihre Bewunderer jeden Herbst in Staunen. Im Herbst leuchtet sie mit ihren strahlenden Gelbtönen und bringt damit Farbe in die grünen Kronen des Waldes. In den Bergen, ihrer Heimat, bringt sie damit den Indian Summer vor unsere Haustüre. Ein Spaziergang durch den Lärchenwald lohnt sich aber in jeder Jahreszeit!

Die Autorin: Marina Winkler

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