Piptoporus betulinus: Vorkommen – Aussehen – Schadbild

Baum-Pilze: Der Birkenporling

Was macht der Birkenporling mit dem Baum und welche Folgen hat ein Befall? Es gibt zahlreiche Baum-Pilze – manche schaden dem Baum weniger, manche sehr. Im schlimmsten Fall bedeutet ein Befall sogar die Fällung eines Baumes. Einer dieser Pilze, der den Baum stark beeinträchtigt, ist der Birkenporling (Piptoporus betulinus).

Wo wächst der Birkenporling?

Wie sein Name schon verrät, ist der Birkenporling ausschließlich an Birken zu finden. Der Pilz aus der Familie der Baumschwammverwandten befällt Birken und lebt in ihnen parasitär. Der Birkenporling ist damit ein regelrechter Schmarotzer an der Birke und nutzt sie als Wirt für seine Nahrungsversorgung.

Wie sieht der Birkenporling aus?

Der Baum-Pilz erreicht eine Breite von bis zu 30 Zentimeter und kommt direkt aus der Borke heraus. Die Dicke des Pilzhutes beträgt bis zu sieben Zentimeter. Die Ansatzstelle am Stamm ist stielartig verschmälert und hat nicht selten einen Buckel nach oben auf. Die Huthaut ist anfangs weiß bis milchig-cremig und verfärbt mit fortschreitendem Alter zu einem grau-braunen Ton. Der Hutrand dieses Baum-Pilzes ist nach unten gewölbt und in seltenen Fällen wellig. Ist der Birkenporling noch jung hat er weiße Poren auf der Unterseite seines Hutes. Je älter der Pilz ist, umso grauer ist sein Farbton. Sein Fleisch ist anfangs ebenfalls weiß, saftig und weich. Altert der Pilz, wird auch das Fleisch mit der Zeit fest und trocken und die Konsistenz erinnert an Kork.

Wann und wie wächst der Birkenporling?

Seinen Fruchtkörper bildet dieser Baum-Pilz von Juli/August bis November, welcher an einzelnen Stammpartien auftritt. Selten kommt er dachziegelartig oder in Abständen zu vielen übereinander vor. Der Fruchtkörper ist einjährig und tritt meist direkt aus der Borke hervor, oftmals an intakten Stammstellen. Diese Stellen zeigen auf den ersten Blick keine weiteren Schäden.

Anfangs ist der Birkenporling knollenartig. Mit der Zeit wächst er zu einem beachtlichen Pilz heran: Seine Hüte erreichen eine Größe von bis zu 20 Zentimeter und stehen dabei direkt vom Stamm ab. Sie bilden die Form eines Halbkreises oder sind nierenförmig. Aber Achtung: Ist der Birkenporling noch jung, verwechseln ihn viele Menschen mit dem Zunderschwamm. Letzter hat ein hellbraunes Pilzfleisch und verursacht Weißfäule.

Schadbild

Eine starke Braunfäule verursacht der Birkenporling. Braunfäule ist der Abbau von Cellulose in holzigen Pflanzen und kommt bei lebenden als auch bei totem Holz vor. Der Birkenporling befällt meist vergreisende, stark geschwächte und absterbende Bäume. Somit ist er neben dem Zunderschwamm einer der wichtigsten Schwächeparasiten an Birken und beeinträchtigt die Standsicherheit des befallenen Baumes massiv, ein Windbruch an dieser Stelle ist nicht auszuschließen: Ein Befall bedeutet für den Baum oftmals die Fällung. Für Baumpfleger*innen ist der Pilz ein Indikator für den Verlust der Gesundheit des Baumes.

Ist der Birkenporling essbar?

In früheren Zeiten war der Birkenporling als Arzneimittel bekannt. Angeblich hatte Ötzi, die 5.300 Jahre alte Gletschermumie, zwei Birkenporlinge bei sich. Früher schnitten Menschen den Fruchtkörper in dünne Streifen und bandagierten damit Wunden. Dieser Pilz habe entzündungshemmende Inhaltsstoffe. In Skandinavien nutzten Menschen das Fruchtfleisch des Birkenporlings für den Schutz ihrer Messer. Sie stellten daraus eine Messerscheide her und schützten die Klinge so vor Rost.

Was wir sehen

Sehen wir den „Pilz“ bereits am Baum, enstand im Inneren der Pflanze bereits ein weit verzweigtes Netz der Mycelien. Letztere durchziehen die Pflanze. Was wir außerhalb des Baumes sehen, ist der Fruchtkörper des Pilzes. Umgansprachlich etablierte es sich, dass wir schlicht Pilz sagen und nicht Fruchtkörper. Anderenfalls würden wir im Supermarkt auch nicht nach Pilzen fragen, sondern nach dem Fruchtkörper des Champignon.

Heute interessieren sich immer mehr Menschen für die Nutzung von (Baum-) Pilzen . Der Fruchtkörper ist jung essbar, hat aber einen extrem bitteren Geschmack. Viele Menschen sagen ihm eine stärkende Wirkung für das Immunsystem nach. Wissenschaftliche Studien hierzu liegen aber nicht vor. Einige Menschen bereiten sich einen Tee aus den jungen und getrockneten Pilzen zu. Wer allerdings nicht vertraut ist mit den einzelnen Pilzarten, sollte vohrer eine*n Experten*in um Rat bitten.

Die Autorin: Simone Huss-Weber

Quellen:

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