Pflanzenschutz – Baumkrankheiten erkennen: Blattrost an Pappel

Pflanzenschutz – Baumkrankheiten erkennen

Irgendwann sollte man auch einmal über Krankheiten sprechen. Nicht die eigenen, vor denen uns der Herr im Himmel und unser vorbildlicher Lebenswandel bewahren mögen – nein, hier geht es um Bäume. Auch diese müssen nicht erst das Seniorenalter erreichen, um von verschiedenen Krankheiten befallen zu werden. Fällt es vielen schon schwer, sich die Namen der Bäume zu merken, so kapitulieren die meisten spätestens bei den dazugehörigen Krankheiten.

Baumkrankheiten sind verschiedenen Ursprungs, haben verschiedene Ausprägungen und unterschiedliche Verläufe Einige Krankheiten befallen nur bestimmte Bäume zu gewissen Zeiten – und nicht alle sind für die Riesenpflanze tödlich. Schädlinge schaden dem Baum und können ihn sogar zerstören. Lästlinge hingegen behindern etwa nur den Nachwuchs. Auslöser, Überträger oder das Problem selbst können Pilze, Bakterien oder Insekten sein.

Das Thema Baumkrankheiten ist sehr komplex. Wenn Sie nicht mehr weiter wissen, fragen Sie doch mal einen Baumpfleger in Ihrer Nähe. Einfach Postleitzahl in der Suche eintragen und passenden Baumpfleger aussuchen. Und richten Sie einen schönen Gruß aus vom Baumpflegeportal.

Eine kleine, exemplarische Aufzählung mag eine Ahnung davon vermitteln, wie komplex und verschiedenartig florale Krankheitsbilder sind. So ist beispielsweise der Falsche Mehltau ein Pilz, dessen Wachstum durch Feuchtigkeit begünstigt wird und vor allem Ziergehölze befällt – sein naher Verwandter, der Echte Mehltau, befällt wiederum verschiedenste Holzarten.

Der Feuerbrand ist eine durch Bakterien hervorgerufene Krankheit, die vor allem Apfel-, und Birnbäume, aber auch Sträucher (Felsenbirnen, Feuerdorn, Weißdorn oder etwa Zwergmispeln) befällt. Das die Krankheit hervorrufende Bakterium wird durch Insekten, Vögel und Wind übertragen.

Eine völlig anders geartete Gefährdung geht von der Feuerwanze aus, die Linden und Robinien befällt. So brachial der Name klingt – die Feuerwanze ist kein Schädling. In allen Stadien des Heranwachsens saugt die Wanze lediglich an den am Boden liegenden Samen und hemmt so den Nachwuchs. Dadurch ist sie lediglich als Lästling klassifiziert, was keine Bekämpfung erlaubt.

„Fichtengallenlaus“ ist wiederum eine Sammelbezeichnung für verschiedene Arten, von denen die einen nur an Fichtentrieben, andere hingegen im zweijährigen Rhythmus einen Wirtswechsel auf Lärchen vollziehen. Der Frostspanner aber, erst eine Raupe, dann ein Schmetterling, tritt – wie der schon Name sagt – schon zu Frostzeiten auf, verursacht Blätterfraß und kann an einer Vielzahl von Gehölzen auftreten.

Verschiedene Flechtenarten, biologische Mischwesen aus Pilzen und Algen, zählen auch zu den Lästlingen, da sie die Pflanze lediglich im Wuchs behindern, jedoch nicht schädigen. Nur eine Zahl: Weltweit gibt es 25.000 Flechtenarten, 2000 davon in Europa, von denen sich aber nicht alle über Bäume hermachen.

Die Gespinstmotte, ein Schmetterling, befällt verschiedene Obstbäume, aber auch Weißdorn, Traubenkirsche, Schlehe, Weide und Pfaffenhütchen. Die Ilexminierfliege hingegen ist sehr wählerisch: Sie befällt nur die Stechpalme.

Biergartenbesucher verdanken die Auslichtung der schattenspendenden Kastanienkronen an heißen Sommertagen der Kastanienminiermotte, die auf ihrem Lebensweg im wahrsten Sinne des Wortes Tunnel („Miniergänge“) anlegt. Gallmilben hingegen sind so klein, dass sie für das menschliche Auge kaum sichtbar sind – der Schaden, den sie anrichten, aber ist es umso mehr.

Und manchmal ist es viel zu spät – denn auch der Baumpilz Hallimasch, als solcher nur einer von vielen verwandten Arten, ist vorerst unsichtbar: Er tritt erst zum Vorschein, wenn der Baum schon abgestorben ist.

Literatur und weiterführende Informationen: